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Herr Adam und Frau Eva
written by "Engel, Alexander"
...r Liebe, Ehe und andere – Geldsachen. Der gute oder schlechte Ruf einer Frau hängt selten von ihrer Tugend ab. Der Mann, der herrscht, ruft: »Ich bin dein Herr«, die Frau, die herrscht, flüstert: »Bin ich nicht deine Sklavin?« Prozesse und Frauen werden gewöhnlich erst in der letzten Instanz gewonnen. Frauen sind wohl die Mühe wert, die man sich gibt, um sie zu erobern, aber selten die, die es kostet, sie zu verlieren. Die grauen Haare eines Mannes färben auch auf die Frau ab. Es ist nicht immer »ja«, wenn eine Frau »nein« sagt. Frauen haben eine gesunde Konstitution: für die Liebe sterben sie öfter. Die Frauen lassen sich das am liebsten erklären, was sie am besten wissen. Man kann nur einmal zum ersten Male lieben, zum letzten Male liebt man öfter. Eine Frau hat oft so viel damit zu tun, ihren guten Ruf zu verteidigen, daß sie keine Zeit findet – tugendhaft zu sein. Zumeist gründen die Frauen einen literarischen Salon, für deren Boudoir sich kein Mann interessiert. Eine Liebe, die sich auf eine Laune gründet, währt am längsten, weil die Laune einer Frau beständiger ist als ihre Liebe. Das große »Pfui«. Nichts spricht eine Frau mit weniger innerer Überzeugung als »Pfui«. Die Tugend wird geschätzt, das Laster taxiert. Die Waffen, mit denen die Frauen oft ihre Tugend verteidigen, sind – ungeladene Revolver. Individualität. »Sie ist schlecht geworden« – hat man in der guten alten Zeit gesagt – jetzt sagt man: »Oh, sie ist eine Individualität.« Es gibt auch seelischen Barchent, den tragen gewöhnlich Frauen in Seide. Bei den Frauen glaube ich an eine Seelenwanderung, denn ihre Seele wandert gerne von einem zum anderen. Sittliche Entrüstung ist eine Toilette-Angelegenheit. Sie kleidet immer gut. Begeisterung paßt nich...

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