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Der Roman eines geborenen Verbrechers
Selbstbiographie des Strafgefangenen Antonino M...

written by "M., Antonino"
...ch die gottgesegneten zwölf Lire schickte, hat er das von seinem Vermögen? Hat mein unglücklicher Vater mich bei seinem Tode enterbt? Wenn seine Söhne Hunger leiden, ist das meine Schuld? Wenn er keine ganzen Hosen auf dem Leibe hat, wenn er sich keine Schuhe kaufen kann, ist das auch meine Schuld? Sprecht rund heraus, was Ihr meint, liebe Landsleute, Euch rufe ich als unparteiische Richter an. [179] Der dreckige Brief ärgerte mich nicht wenig und ich nahm mir vor, nicht mehr zu schreiben. Ich erhielt die Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft, welche mich als den Verfasser des anonymen Briefes erklärte. Es kam der Tag, wo die Verhandlung stattfand, zwei Karabinieri führten mich zum Gerichtssaal, ich nehme auf der Anklagebank Platz, mein junger Verteidiger war zur Stelle und mit ihm der Zivilanwalt Herr di Leo, der erste von Salerno. Der Gerichtshof trat ein, jeder nahm seinen Platz ein, die Akten wurden gelesen, meine Vorstrafen festgestellt, der Staatsanwalt T… war zur Stelle, mit seiner großen schwarzen Toga angethan, und ließ mich nicht aus den Augen. Nach den gewöhnlichen Formalitäten fragte mich der Präsident: »Was haben Sie auf die Anklage zu erwidern? Ist es wahr, daß Sie dem Korporal S… einen Brief zur Besorgung übergeben haben?« »Großmütiger Herr Richter«, antwortete ich, »von dem Verbrechen, dessen man mich anklagt, weiß ich nichts. Es ist unwahr, daß ich dem S… einen Brief zur Besorgung übergeben habe; es ist eine schwarze Verleumdung und eine Sünde und Schande; ich schwöre es vor Gott und vor den Menschen. Ich könnte mich leicht vor diesem S… schützen, aber ich will von Dingen nicht reden, die eine so gebildete Zuhörerschaft entsetzen würde; ich will nur meine Ehrenhaftigkeit betonen.« [180] »Ich ...

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